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Die Bücherdiebin

Die Bücherdiebin

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2009, Kategorie Preis der Jugendjury und dem Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle 2008

buch
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Artikeldetails zu Die Bücherdiebin

AutorMarkus Zusak

Untertitel Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2009, Kategorie Preis der Jugendjury und dem Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle 2008

Abbildungsvermerk Illustrationen im Text und auf Taf. 23,5 cm

  • ISBN-103-7645-0284-3
  • ISBN-139783764502843
  • Verlag Blanvalet Verlag
  • ÜbersetzerAlexandra Ernst
  • Einbandartgebunden
  • Seiten592
  • Auflage6. Auflage
  • VeröffentlichtFebruar 2008
  • GenreRomane
  • Gewicht920g
  • SpracheDeutsch

Leseprobe aus Die Bücherdiebin

PROLOG


EIN TRÜMMERBERG




Es wirken mit:


der Erzähler - Farben -und die Bücherdiebin


TOD UND SCHOKOLADE


Zuerst die Farben.
Dann die Menschen.
So sehe ich die Welt normalerweise.
Ich versuche es zumindest.




EINE KURZE BEMERKUNG AM RANDE
Ihr werdet sterben.


Ich bin nach Kräften bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen, aber die meisten Menschen haben einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen. Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben »A«. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.


REAKTIONEN AUF DIE OBEN GENANNTE TATSACHE
Mache ich euch Angst? Ich bitte euch inständig - keine Sorge. Man kann mir alles nachsagen, nur nicht, dass ich ungerecht bin.


Was fehlt?
Natürlich - eine Bekanntmachung. Ein Beginn.
Wo ist nur mein gutes Benehmen geblieben?
Ich könnte mich ganz förmlich vorstellen, aber das ist gar nicht nötig. Ihr werdet mich schon bald recht gut kennen; wie bald - das hängt von einer Reihe von Umständen ab. Nur so viel sei gesagt: Irgendwann einmal werde ich über euch allen stehen, so freundlich, wie es mir möglich ist. Eure Seelen werden in meinen Armen liegen. Auf meiner Schulter wird eine Farbe ruhen. Sanft werde ich euch davontragen.
Ihr werdet vor mir liegen. (Es passiert nur selten, dass ich Menschen stehend antreffe.) Ihr werdet in der Kruste eurer eigenen Körper gefangen sein. Vielleicht gibt es ein Erkennen; ein Schrei tröpfelt zu Boden. Die einzigen Geräusche, die ich danach hören werde, sind mein eigener Atem und der Klang des Geruchs, meine eigenen Schritte.
Die Frage ist, welche Farbe die Welt angenommen haben wird, wenn ich euch holen komme. Was wird der Himmel uns erzählen?
Ich persönlich mag einen schokoladenfarbenen Himmel. Dunkle Bitterschokolade. Die Leute behaupten, das passt zu mir. Ich versuche trotzdem, mich an jeder Farbe zu erfreuen, die ich sehe, an dem ganzen Spektrum. Etwa eine Milliarde Schattierungen, keine wie die andere, und ein Himmel, der sie langsam in sich aufsaugt. Das nimmt dem Stress die Schärfe. Und es hilft mir, mich zu entspannen.


EINE KURZE ZWISCHENBEMERKUNG


Die Menschen beachten die Farben eines Tages lediglich an seinem Anfang und an seinem Ende. Dabei wandert ein Tag durch eine Vielzahl von Farbtönen und Schattierungen, und zwar in jedem Augenblick. Eine einzige Stunde kann aus Tausenden von unterschiedlichen Farben bestehen. Wachsgelb, regenbesprühtes Blau. Schlammige Dunkelheit. In meinem Geschäft habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, darauf zu achten.


Wie schon angedeutet, ist Ablenkung meine einzige Rettung. Sie allein hilft mir, bei Verstand zu bleiben. Sie hilft mir, mit meiner Arbeit klarzukommen, was nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, wie lange ich diese Tätigkeit schon ausübe. Das Problem ist: Wer könnte mich ersetzen? Wer könnte für mich einspringen, während ich in einem Vier-Sterne-Hotel irgendwo am Meer Urlaub mache oder in den Bergen Ski fahre? Die Antwort ist: Niemand. Genau dieser Umstand hat mich dazu veranlasst, die Ablenkung zu meiner Erholung zu machen, mich damit zu zerstreuen. Also mache ich Urlaub in Farben, in Schattierungen.
Dennoch fragt ihr euch möglicherweise, warum ich überhaupt Urlaub brauche. Ihr wollt wissen, wovon ich mich ablenken muss?
Was mich zum nächsten Punkt bringt.
Es sind die übrig gebliebenen Menschen.
Die Überlebenden.
Sie sind es, deren Anblick ich nicht ertrage, und in meinem Bemühen, sie nicht anzusehen, versage ich häufig. Ich konzentriere mich absichtlich auf die Farben, um die Überlebenden aus meinen Gedanken zu verbannen, aber hin und wieder werde ich Zeuge, wie die Zurückbleibenden zwischen den Puzzlestücken der Erkenntnis, Überraschung und Verzweiflung zusammenbrechen. Sie haben zerstochene Herzen. Sie haben zerschlagene Lungen.
Was mich wiederum zu dem Thema bringt, über das ich heute Abend - oder heute Mittag, oder welche Stunde und Farbe es auch immer gerade sein mag - mit euch reden will. Es ist die Geschichte von einer beständig Überlebenden - von einer Expertin im Zurückbleiben.
Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, und sie handelt unter anderem von:
- einem Mädchen
- ein paar Worten
- einem Akkordeonspieler
- ein paar fanatischen Deutschen
- einem jüdischen Faustkämpfer
- und einer ganzen Menge Diebstählen


Ich sah die Bücherdiebin drei Mal.


NEBEN DEN BAHNGLEISEN


Das erste Mal war es weiß. Gleißend.
Einige von euch werden wahrscheinlich denken, dass Weiß gar keine Farbe ist. Völliger Blödsinn. Das stimmt nicht. Weiß ist zweifellos eine Farbe, und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ihr mit mir streiten wollt.


EIN WORT ZUR BESÄNFTIGUNG


Bitte bleibt ruhig, trotz dieser offenkundigen Drohung. Ich tue nur so. Ich bin nicht gewalttätig. Ich bin nicht bösartig. Ich bin das Ergebnis.


Ja, es war weiß.


Es war so, als ob der ganze Erdball in Schnee gekleidet wäre. Als ob er ihn angelegt hätte, so wie ihr einen Pullover anzieht. Neben der Bahnstrecke verliefen Fußspuren, eingesunken bis zum Schienbein. Die Bäume trugen Decken aus Eis.


Wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt, war jemand gestorben.


Sie konnten ihn nicht einfach auf dem Boden liegen lassen. Im Augenblick wäre das kein Problem gewesen, aber schon bald würde das Gleis geräumt sein und der Zug würde weiterfahren.
Da waren zwei Wachmänner.
Da waren eine Mutter und ihre Tochter.
Und eine Leiche.
Die Mutter, die Tochter und die Leiche verharrten, hartnäckig und still.


»Was willst du denn von mir?«


Die Wachmänner waren groß und klein. Der Große sprach stets zuerst, obwohl er nicht das Kommando führte. Er sah den rundlichen Kleinen an. Den mit dem feuchtroten Gesicht.
»Nun«, lautete die Erwiderung, »wir können ihn doch wohl nicht einfach hier liegen lassen?«
Der Große verlor die Geduld. »Und warum nicht?«
Der Kleinere explodierte beinahe. Er schaute zu dem Kinn des Großen auf und schrie: »Spinnst du?« Die Abscheu auf seinen Wangen wuchs mit jedem Moment. Seine Haut weitete sich. »Komm«, sagte er und stapfte durch den Schnee. »Wir tragen sie alle drei zurück, wenn es sein muss. Und wir melden es der nächsten Station.«
Was mich betrifft, so hatte ich den größten aller Fehler bereits begangen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich von mir selbst enttäuscht war. Anfangs hatte ich alles richtig gemacht:
Ich betrachtete den blendenden, weißschneeigen Himmel, der vor dem Fenster des fahrenden Zuges stand. Ich atmete ihn förmlich ein, aber trotzdem geriet ich ins Wanken. Ich gab nach - mein Interesse war geweckt. An dem Mädchen. Die Neugier siegte, und ich beschloss, so lange zu bleiben, wie es mein Zeitplan erlaubte. Ich schaute zu.
Dreiundzwanzig Minuten später hielt der Zug an, und ich stieg gemeinsam mit ihnen aus.
Eine kleine Seele lag in meinen Armen.
Ich stand zu ihrer Rechten, etwas abseits.
Die tatkräftigen beiden Wachmänner gingen zurück zu der Mutter, dem Mädchen und dem schmächtigen männlichen Leichnam. Ich erinnere mich noch genau daran, dass mein Atem an diesem Tag ungewöhnlich laut war. Ich war überrascht, dass die Wachen mich nicht bemerkten, als sie an mir vorbeigingen. Die Welt wurde niedergedrückt unter all der Last aus Schnee.
Etwa zehn Meter zu meiner Linken stand das bleiche Mädchen, durchgefroren bis auf die Knochen und mit leerem Magen.
Ihr Mund zitterte.
Sie hatte die kalten Arme überkreuzt.
Gefrorene Tränen hingen auf dem Gesicht der Bücherdiebin.


DIE FINSTERNIS


Das nächste Mal war es schwarz, wie Druckerschwärze, als ob der Gegensatz zu dem Weiß meine Vielseitigkeit unterstreichen wollte. Es war der dunkelste Augenblick vor der Dämmerung.
Diesmal war ich wegen eines Mannes von vierundzwanzig Jahren gekommen. Auf eine bestimmte Weise war es ein herrlicher Anblick. Das Flugzeug hustete noch. Rauch drang aus seiner Lunge.
Als es abstürzte, hinterließ es drei tiefe Furchen in der Erde. Seine Flügel waren nur mehr abgesägte Arme. Nie wieder durch die Lüfte gleiten. Auch das Leben des Flugzeugs war zu Ende.


EINE WEITERE BEMERKUNG AM RANDE


Manchmal treffe ich zu früh ein. Ich beeile mich, und manche Menschen klammern sich länger an das Leben als erwartet.
Nach einer kurzen Ansammlung von Minuten hatte sich der Rauch erschöpft. Nichts mehr war geblieben.
Zuerst kam ein Junge, mit wildem Atem und einem Gegenstand in seiner Hand, der aussah wie ein Werkzeugkasten. Beklommen näherte er sich dem Cockpit und betrachtete den Piloten, versuchte einzuschätzen, ob er am Leben war, was zu
diesem Zeitpunkt noch zutraf. Die Bücherdiebin kam etwa eine halbe Minute später.


Jahre waren vergangen, aber ich erkannte sie.
Sie keuchte.


Aus dem Werkzeugkasten nahm der Junge einen Teddybären. Ausgerechnet einen Teddybären.
Er streckte seinen Arm durch die zersplitterte Windschutzscheibe und setzte den Teddy auf die Schulter des Piloten. Der lächelnde Bär saß gemütlich in dem Durcheinander aus Wrackteilen und im Blut des zerschmetterten Mannes. Ein paar Minuten später ergriff ich die Gelegenheit. Der Zeitpunkt war gekommen.
Ich trat hinzu, löste seine Seele und trug sie sanft hinweg. Alles, was übrig blieb, waren der Körper, der schwächer werdende Geruch nach Rauch und der lächelnde Teddybär.


Als die Menschenmenge eintraf, hatte sich bereits alles verändert. Der Horizont glich glühender Kohle. Alles, was von der Schwärze übrig geblieben war, waren gekritzelte Linien auf dem Himmel, und auch die verschwanden schnell.
Im Vergleich dazu schimmerte der Mann knochenweiß. Seine Haut hatte die Farbe menschlichen Gebeins. Seine Augen waren kalt und braun - wie Kaffeeflecken -, und das schwächer werdende Gekritzel über mir formte sich, so schien es mir, zu einem merkwürdigen und doch vertrauten Zeichen.


Die Menge tat, was sie immer tut.
Während ich durch sie hindurchschritt, standen die Leute da und rührten in der Stille. Es war ein bescheidenes Gebräu aus unzusammenhängenden Gesten, gedämpften Sätzen und schweigender Unbehaglichkeit. Manche wandten sich ab.
Ich blickte zurück zum Flugzeug. Der offene Mund des Piloten schien zu lächeln.
Ein letzter schmutziger Witz.
Eine weitere menschliche Pointe.
Seine Uniform umfing ihn wie ein Leichentuch, während das graue Tageslicht sich in den Himmel drückte. Als ich mich weiter entfernte, war mir - wie bei so vielen anderen zuvor -, als ob sich die Welt noch einmal für einen kurzen Moment in Schatten hüllte, ein letzter Moment der Finsternis - die Erkenntnis, dass eine weitere Seele gegangen war.
Wisst ihr, ich sehe sie oft, wenn ein Mensch stirbt, diese Finsternis, trotz all der Farben, die das, was ich in der Welt wahrnehme, berühren und durchdringen.
Ich habe Millionen Finsternisse gesehen.
Ich habe sie schon so oft gesehen, dass ich mich nicht mehr an sie erinnern will.


DIE FAHNE


Das letzte Mal, als ich sie sah, war es rot. Der Himmel war wie eine kochende, brodelnde Suppe. An einigen Stellen war er angebrannt. Schwarze Krumen und Pfefferkörner waren über die Röte verstreut.
Vor Kurzem hatten Kinder hier Himmel und Hölle gespielt, hier auf der Straße, die wie ölverschmierte Buchseiten aussah. Als ich ankam, konnte ich immer noch das Echo hören. Die Füße, die auf der Straße aufsetzten. Die lachenden Kinderstimmen und die salzigen, lächelnden Gesichter, der Fäulnis ausgesetzt.
Dann Bomben.


Diesmal war alles zu spät.
Die Sirenen. Das einfältige Gekreische im Radio. Alles zu spät.


In wenigen Minuten waren Berge aus Stein und Erde aufgehäuft und festgebacken. Die Straßen waren aufgerissene Adern. Blut strömte, bis es auf der Erde trocknete, und die Leichen lagen darin wie Treibgut nach einer Flut.
Sie klebten am Boden fest, jede einzelne von ihnen. Ein Haufen Seelen.
War es Schicksal?
Pech?
War es das, was sie verklebt hatte? Natürlich nicht.
Das zu behaupten wäre lächerlich.
Es hatte wahrscheinlich mehr mit den Bomben zu tun, abgeworfen von Menschen, die sich in den Wolken versteckten.
Ja, der Himmel war nun ein verheerendes, eingekochtes Rot. Das deutsche Städtchen war ein weiteres Mal entzweigerissen worden. Schneeflocken aus Asche segelten so lieblich lilienfarben durch die Luft, dass man versucht war, die Zunge herauszustrecken und sie aufzufangen, sie zu schmecken. Aber sie hätten einem nur die Lippen versengt. Sie hätten einem den Mund verbrannt.


Ich sehe es klar und deutlich vor mir.
Ich wollte gerade wieder gehen, da sah ich sie auf den Knien kauern.
Ein Gebirgszug aus Schutt war geplant, entworfen und um sie herum aufgerichtet worden. Sie hielt ein Buch umklammert.


Abgesehen von allem anderen wünschte sich die Bücherdiebin nichts sehnlicher, als in den Keller zurückzukehren, um dort zu schreiben oder ihre Geschichte ein letztes Mal zu lesen. Im Nachhinein erkenne ich das Verlangen in ihrem Gesicht ganz deutlich. Sie hätte alles dafür gegeben - für die Sicherheit und die Geborgenheit dort -, aber sie konnte sich nicht bewegen. Außerdem existierte der Keller nicht mehr. Er war Teil der zermangelten Landschaft.


Noch einmal bitte ich euch inständig, mir zu glauben. Ich wollte innehalten. Ich wollte mich niederkauern. Ich wollte sagen: »Es tut mir leid, Kind.« Aber das ist nicht erlaubt. Ich kauerte nicht. Ich sprach nicht.
Stattdessen schaute ich ihr eine Weile zu. Als sie sich wieder rühren konnte, folgte ich ihr.
Sie ließ das Buch fallen. Sie kniete nieder. Die Bücherdiebin heulte auf.


Das Buch wurde mehrmals mit Füßen getreten, als das Aufräumen begann, und obwohl befohlen worden war, dass lediglich die Steine weggeschafft werden sollten, landete der kostbare Besitz des Mädchens auf einem Müllwagen. Angesichts dieser Tatsache blieb mir keine andere Wahl. Ich kletterte hinauf und nahm es in die Hand. Mir war nicht klar, dass ich es behalten und über die Jahre hinweg wohl an die tausend Mal anschauen würde. Ich würde die Orte betrachten, an denen sich unsere Wege kreuzten, mich über die Dinge wundern, die das Mädchen sah, und darüber, dass sie überlebte. Das ist das Beste, was ich tun kann: Ich kann miterleben, wie sich die Ereignisse, die in dem Buch geschildert werden, in die Ereignisse einfügen, deren Zeuge ich in jener Zeit wurde.


Wenn ich an sie denke, dann sehe ich eine ganze Palette an Farben, aber es sind die drei, in denen ich sie in Fleisch und Blut erlebte, die mir am deutlichsten vor Augen stehen. Manchmal gelingt es mir, weit über jenen drei Momenten zu schweben. Ich hänge fest, bis sich eine eitrige Wahrheit in Erkenntnis erblutet.
In diesem Moment sehe ich das Muster.






Rezensionen der Redaktion zu Die Bücherdiebin

"Mehr noch als die offenkundige Message die Macht der Worte wird die herzzerreißende Wahrheit dieser Geschichte über Liesels Begegnung mit der entsetzlichen Brutalität und ihre Entdeckung der Menschenfreundlichkeit an den ungeheuersten Orten transportiert." (Booklist)

"Ein sehr ergreifendes und weises Werk." (BILD AM SONNTAG)

Kurzbeschreibung zu Die Bücherdiebin

Selbst der Tod hat ein Herz ...


Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf - für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an - in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.


"Die Bücherdiebin" ist eine Liebesgeschichte, eine Hommage an Bücher und Worte und eine Erinnerung an die Macht der Sprache, die im Roman von Markus Zusak viele Facetten zeigt: den lakonisch-distanzierten Ton des Erzählers, Poesie und Zuversicht - und die reduzierte Sprache der Nazipropaganda.


Beschreibung der Redaktion zu Die Bücherdiebin

Selbst der Tod hat ein Herz ? Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf ? für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an ? in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz. ?Die Bücherdiebin? ist eine Liebesgeschichte, eine Hommage an Bücher und Worte und eine Erinnerung an die Macht der Sprache, die im Roman von Markus Zusak viele Facetten zeigt: den lakonisch-distanzierten Ton des Erzählers, Poesie und Zuversicht ? und die reduzierte Sprache der Nazipropaganda. "Das Buch ist sowohl ein großartiger Jugendroman als auch ein kunstvoller Roman für Erwachsene, der Vieles zugleich ist: eine tief berührende Geschichte, ein dramatisches Zeitpanorama, eine Hommage ans Lesen und Schreiben und auf jeden Fall ein sprachlliches Meisterwerk voller Lebensfreude, Trauer, Wut und - Trost." Deutschlandradio "Ein sehr ergreifendes und weises Werk." Alex Dengler in der BILD AM SONNTAG "Lakonisch und anrührend, witzig und traurig - ein ganz besonderes Buch." Freundin

Portrait

Markus Zusak:
Der australische Schriftsteller Markus Zusak wurde als jüngster von vier Geschwistern am 23.Juni 1975 in Sydney geboren. Sein Vater stammte aus Österreich und war Maler, seine Mutter kam aus Deutschland. Von ihnen erfuhr Markus Zusak schon als Kind die Geschichten aus dem 2.Weltkrieg, die ihn inspirierten "Die Bücherdiebin" zu schreiben. Sein vorläufiger Kindheitstraum war wie sein Vater Maler zu werden, doch schnell resignierte Markus Zusak und entdeckte eher sein Talent zum Schreiben. Für seinen Jugendroman "The Underdog" aus dem Jahr 1999 erhielt Markus Zusak seine ersten Auszeichnungen. Bekannt wurde der Autor aber vor allem durch sein 2002 veröffentlichtes Buch "Der Joker ? The Messenger", welches 2007 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis gewürdigt wurde. Der letztendliche Durchbruch gelang Markus Zusak mit "Die Bücherdiebin". Der Zeithistorische Roman wurde zahlreich geehrt und mit Preisen überschüttet. Durch die Erzählungen seiner Eltern wollte Markus Zusak das damalige Nazi-Deutschland unter den Aspekten der Gegenwehr aufzeigen, welches ihm so gut gelang, dass er einen Bestseller schrieb. Inzwischen sind seine Romane in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Neben seiner Tätigkeit als Autor, lehrt Markus Zusak noch gelegentlich Englisch an einer High School. Seine Freizeit verbringt er mit seiner Familie, geht surfen oder ins Kino. Markus Zusak ist verheiratet und Vater einer Tochter. Wohnhaft ist er mit seiner Familie in Sydney.

Meinung der Redaktion
Markus Zusak hat mich mit seiner Sprache maßlos beeindruckt. Das ist auch so einer dieser Grenzgänger, die für Kinder wie für Erwachsene schreiben.

Bewertung unserer Kunden zu Die Bücherdiebin

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50

30.04.2009

„Zum Lachen und zum Weinen schön”

von Ellen Becking aus Hennweiler
Dies ist ein wunderschönes Buch. Habe etwas zögerlich angefangen zu lesen, konnte es dann aber fast nicht mehr aus der Hand legen.

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Diese Artikel haben mir auch gefallen: P.S. Ich liebe Dich / Die Asche meiner Mutter

50

02.11.2008

„Markus Zusak-Die Bücherdiebin”

von hasewue

Dieses Buch ist eines meiner ultimativen Lieblingsbücher,wenn nicht sogar meine neue Nummer 1. Ein sehr liebevolles und schön erzähltes Buch mit Charakteren,die einem sofort ans Herz wachsen. Man fiebert mit den Figuren mit. Das Buch hat sowohl seine traurige als auch seine komische Seite und ich werde dieses Buch auch noch einmal lesen. Die Sprache ist ein Genuss und man liebt es,dieses Buch zu lesen. Zusaks Metaphern sind wundervoll und gehen direkt ins Herz. Ein Buch,das ich jedem ans Herz legen kann,der gute Literatur bevorzugt. Ich habe dieses Buch regelrecht in nur wenigen Tagen verschlungen und es hätte noch 1000 Seiten mehr haben können,ich hätte sie mit Freuden gelesen.

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50

11.09.2008

„Tief bewegend!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Das Buch möchte man nicht mehr aus der Hand legen! Wunderbare Sprache die runtergeht wie Öl. Teils schmunzelt man, teils hat man Tränen in den Augen. Ein großes Kompliment an den Autor für dieses phänomenale Buch!

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50

26.03.2008

„Wirklich empfehlenswert für Erwachsene und Jugendliche”

von Silke Schröder aus Hannover (silke.schroeder@hallo-buch.de) Top-10 Rezensent Top 10 Rezensent
Markus Zusak ist mit "Die Bücherdiebin" ein faszinierender wie einfühlsamer Roman über Menschen in Nazi-Deutschland gelungen. Das Buch berührt, denn es zeigt schnörkellos das Grauen des Zweiten Weltkriegs, aber auch die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander. Und die Kraft, die Bücher haben, um Menschen in scheinbar aussichtslosen Situationen immer wieder in eine bessere Welt zu entführen.

Der australische Autor mit deutsch-österreichischen Wurzeln verarbeitet in dem Roman Teile seiner eigenen Familiengeschichte – und verliert dabei trotz des ernsten Themas nicht seinen Humor, denn schließlich ist der Ich-Erzähler kein geringerer als Gevatter Tod selbst. Dass dem die kleine Liesel immer wieder von der Klinge springt, liegt auch daran, dass er eine Schwäche für Bücher lesende Menschen hat.

Eine eindringliche Aufarbeitung deutscher Geschichte auf einer sehr persönlichen Ebene, die durch die außergewöhnliche Aufmachung des Buches mit seinen Zwischenbemerkungen und Illustrationen noch unterstrichen wird. Wirklich empfehlenswert für Erwachsene und Jugendliche.

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